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Über uns

Das Editorial oder wie der Kindergarten entstand ...

Unser Verein Waldkindergarten „Räuberhöhle“ Seefeld e.V. wurde vor 10 Jahren im Juli 2002 auf maßgebliche Initiative von Larissa Hirzinger gegründet.

Grund für diese Neuentstehung war der Mangel an gemeindlichen Kindergartenplätzen und der Aufnahmestopp im Waldkindergarten Starnberg. Daraufhin überlegten Larissa Hirzinger und Rike Siebers wie und wo sie „ihren“ Waldkindergarten verwirklichen könnten. Nach vielen Ortsbegehungen in Seefeld und Hechendorf fanden sie schließlich einen geeigneten Platz am Ende der Schützenstraße in Seefeld/Oberalting am Anfang der Drößlinger Schlucht. Hans C. Graf zu Toerring-Jettenbach stellte großzügig und unkompliziert seinen wunderschönen Wald, der sich an den Platz anschließt, zur Nutzung durch den Waldkindergarten zur Verfügung. Bei der Umsetzung stand ihnen der Waldkindergarten Starnberg mit Rat und Tat zur Seite. Die Beschaffung und das Aufstellen des Bauwagens wurden tatkräftig von der Gemeinde Seefeld unterstützt. So konnte am 1. Oktober 2002 der Kindergartenbetrieb mit damals 13 Kindern und zwei Betreuerinnen aufgenommen werden. Unser Kindergarten wurde als Elterninitiative ein Jahr vor dem Waldkindergarten Flensburg gegründet, der als erster deutsche Waldkindergarten 2003 seine staatliche Anerkennung erhielt.

Editorial
Die ersten drei Jahre wurde der Kindergarten finanziell von der Gemeinde unterstützt. 2005 erhielten wir die Betriebserlaubnis und die damit verbundene kindbezogene Förderung, die uns vor existentiellen Problemen zunächst bewahrt hat. Dennoch blieb uns über all die Jahre so manche finanzielle Achterbahnfahrt nicht erspart. Die Gemeinde Seefeld war immer bereit, uns zu unterstützen und zeigte sich sehr kooperativ in allen Belangen. Dafür sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Baumhausbauen am Waldrand, Krebsfangen im Bach oder Picknick auf der Blumenwiese? Vielen Kindern wird die Lust am Draußen sein ausgetrieben – zu gefährlich, zu schmutzig sind Wald und Flur, und zu attraktiv die virtuellen Welten rund um Fernseher, Playstation und Co.

Waldkindergärten bieten ein Gegengewicht zum immer kleiner werdenden Spiel- und Lebensraum. Sie steuern der zunehmenden Entfremdung von der Natur entgegen und bieten durch die direkte Begegnung mit der Natur eine Alternative zu den „Erlebnissen“ der medialen Unterhaltung und die Möglichkeit, den kindlichen Bewegungs- und Forscherdrang ausleben zu können.

Die Wurzeln der Waldkindergarten – Idee reichen weit zurück. Bereits vor fast 50 Jahren wurden die ersten Waldkindergärten in Skandinavien gegründet. Und die Idee ist einfach.

Die primäre pädagogische Kraft im Waldkindergarten ist die Natur selbst. Durch unbegrenzten Raum, Stille und Zeit werden Kinder in der Entwicklung ihrer emotionalen Stabilität, ihrer Konzentrationsfähigkeit und Ausgeglichenheit angemessen unterstützt. Der Naturraum ist Freiraum für die Kinder, hier spielen sie ungestört, sowohl mit anderen als auch alleine. Oft geht es dabei sehr abenteuerlich zu. Die eigenen Grenzen werden erfahren, Regeln werden aufgestellt. Die Kinder üben den rücksichtsvollen Umgang miteinander, erwerben soziale Kompetenz. Das Toben und Klettern sind etwas alltägliches, genauso wie das Beobachten der kleinen und großen Tiere, das Sammeln von Ästen und Moosen und Steinen. Hütten werden gebaut, Staudämme entstehen an Wasserläufen, Naturelemente werden erlebt und Naturphänomene wahrgenommen. Unentwegt sind die Kinder in Bewegung, sie gestalten, beobachten, entdecken, erforschen, vergleichen und berichten. Durch diese Möglichkeit, vielfältige eigene Erfahrungen zu machen, können die Kinder Vertrauen und Mut in die eigenen Fähigkeiten entwickeln, aber auch ihre persönlichen Grenzen erleben. Dies fördert das soziale Lernen in der Gruppe.
Die Natur bietet reichhaltige Möglichkeiten an Spielmaterialien und Spielzeug. Die Kinder konsumieren nicht, sondern haben die Möglichkeit, selber kreativ zu gestalten, sich ständig auf neue Situationen einzustellen und dafür Lösungen zu finden. Der Waldkindergarten bietet den Kindern ein vielfältiges Angebot an frei wählbaren Aufgabenstellungen. Ein Kind kann selbst entscheiden, auf welchen Baum es klettert oder wie es mit einem gestellten Problem fertig zu werden gedenkt. Dies fordert nicht nur die Selbstständigkeit, sondern auch die Phantasie und Kreativität der Kinder heraus. Natürlich gibt es auch im Waldkindergarten feste Rituale, wie z.B. der obligatorische Morgenkreis und die gemeinsame Brotzeit, und auch hier ist nicht alles frei wählbar. Insgesamt jedoch ist der Tagesablauf offen gestaltet und die Kinder haben viel Zeit, ihren Interessen und Vorlieben nachzugehen.

Im Namen des Waldkindergartens bedanken wir uns sehr herzlich bei allen, die den Waldkindergarten Seefeld ermöglicht und in den mittlerweile 10 Jahren seiner Existenz unterstützt haben. Trotz der Förderung von Land und Gemeinde sind wir immer noch eine Elterninitiative, die von ehrenamtlich arbeitenden Eltern und wohlwollenden Spendern lebt.

Besonderer Dank gilt Graf zu Toerring-Jettenbach: Ohne ihn und seinen wunderbaren Wald hätten wir die Idee vom Waldkindergarten nicht in die Tat umsetzen können!

Wir hoffen, dass die Idee des Waldkindergartens sich auch in der breiteren Öffentlichkeit verankert, dass der Waldkindergarten ganz selbstverständlich den festen Platz, die Unterstützung und die Wertschätzung bekommt, die seinem unverzichtbaren Beitrag zur Entwicklung unserer Kinder entspricht.

Dr. Melanie Moennich und Maja Grundei
Vorstände des Waldkindergartens