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Ein Tag im Wald

Silke Rudat, unsere pädagogische Leiterin berichtet:

Ab 8.00 Uhr warte ich am Eingang der Bücherei gegenüber der Kirche. Hier treffen bald die ersten Kinder ein und mit dem Glockenschlag um 8.15 Uhr gehen wir den kurzen Weg zu unserem Platz. Schon unterwegs haben wir uns viel zu erzählen, finden Regenwürmer und beobachten die Fortschritte auf der nahe gelegenen Baustelle. Am Bauwagen angekommen, hängen die Kinder ihre Rucksäcke auf und holen sich Schaufeln. Sie bauen weiter an ihrer Burg im Sandkasten. Einzelne kommen mit in den Bauwagen, schauen Bücher an, malen oder holen sich Sägen. Derweil treffen die anderen Kinder ein und schließen sich den anderen Kindern an.

Ein Tag im WaldEin Tag im Wald

Bis um 9.00 Uhr ist Zeit, sich kurz mit den Eltern zu unterhalten und Informationen auszutauschen. Gegen neun Uhr beginnen wir mit dem Morgenkreis. Wir singen unser Waldlied und zählen die Kinder. Falls nicht alle da sind, wird überlegt, wer fehlt und warum. Am nächsten Tag wollen wir im „Seniorentreff“ zusammen mit den alten Menschen singen, deshalb üben wir noch einmal all unsere Frühlingslieder. Es sind immerhin fünf.
Nun überlegen wir, zu welchem Platz wir heute gehen wollen. Zum Krötenplatz oder zum Elfen- und Feenplatz, ins Bananenland oder auf die Kullerwiese. Weil heute die Sonne scheint, entscheiden wir uns für den Jägerstand, dies ist bei schönem Wetter unser erklärter Lieblingsplatz.

Nanni geht mit den jüngeren Kindern voraus, während ich mit unseren Vorschulkindern in den Bauwagen gehe. Jedes Kind hat ein Pflanzensammelalbum. Heute wollen wir alles über das Gänseblümchen erfahren. Dazu lesen wir in unserem Pflanzenführer nach und schauen uns eine Pflanze genau an und anschließend wird im Album genau verglichen und ausgemalt.

Auf dem Weg zum Treffpunkt sammeln wir noch ein paar Gänseblümchen. Die wollen wir später pressen und ins Album einkleben. In meinem Rucksack habe ich das Wasser zum Händewaschen, unser Werkzeug und eine Decke. Wir sind zügig unterwegs, beim letzten Bachübergang treffen wir wieder mit den anderen zusammen. Nanni erzählt, das die Kleineren gemächlich unterwegs waren und am Weg viel gespielt haben. Außerdem wollten ein paar Kinder mehrmals den Lieblingsrutschhang runtersausen. Beim letzten Überqueren des Baches gehen wir vorsichtig auf Trittsteinen. Dazu steht ein älteres Kind mit Gummistiefeln im Bach und gibt den Kindern, die das möchten, eine Hand. Nun kommt die letzte Etappe und am Ziel angekommen, richten wir unseren Brotzeitplatz her. Danach treffen wir uns in der „Waschstrasse“ (Wasser, Lavaerde und Handtuch haben wir mit gebracht) und lassen uns nach dem Händewaschen zum Essen nieder. Wir stärken uns, genießen die Sonne und haben uns viel zu erzählen.
Später bilden sich verschiedene Gruppen, einige spielen Bauernhof, andere arbeiten in der „Autowerkstatt“. Außerdem richten wir einen Werkplatz ein. Auf einer Decke liegen Sägen, Handbohrer und Schnitzmesser. Die Älteren schnitzen an ihren Buttermessern weiter, die jüngeren Kinder sägen ein Stück Totholz ab oder feilen an einem Stock . Es entsteht eine Angel, ein Buttermesser ist fertig geschnitzt und wird noch ganz glatt geschliffen. Später im Bauwagen werden wir es noch mit Öl einreiben und dann kann es benutzt werden. Vielleicht wird es verschenkt oder es kommt zu Hause in die Schublade und liegt in Zukunft auf dem Frühstückstisch neben dem Butterteller. Ein selbst gemachter Gebrauchsgegenstand ist etwas ganz Besonderes!

Ein Tag im WaldHerbst

Bald machen wir uns auf den Rückweg, es geht zwar bergab, aber manche Kinder sind mittags doch schon müde. Die Flinken warten
an den Haltestellen vor den Brücken. Einige Kinder tragen Stöcke in der Hand, die im Spiel eine wichtige Funktion hatten, das sind Bohrer, Rasenmäher und Hacken. Die werden auch zu Hause noch gebraucht.
An der letzten Haltestelle wird noch ein Abschlusskreis gemacht. Manchmal haben wir noch Zeit für ein Lied oder ein Spiel und bevor wir unser Abschiedslied singen, lassen wir unsere Erlebnisse noch einmal kurz Revue passieren.
Zum Schluss gehen wir das letzte Stück zum Bauwagen. Zur ersten Abholzeit um 13.00 Uhr warten schon einige Eltern auf ihre Waldkinder, die ihnen freudestrahlend entgegen rennen. Die verbleibenden Kinder haben noch Zeit, im Sand zu spielen, ruhen sich im Tippi aus und das Buttermesser kann geschwind noch eingeölt werden. – Bald sammeln sich alle, schnallen die Rucksäcke auf und wir laufen zurück zum Parkplatz, wo die verbleibenden Kinder am Ende des Kindergartentages um 13.30 Uhr abgeholt werden.

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